„Raus aus der Gemütlichkeit“

FSG NW – Präsident Günther Hedderich sendet Advents-und Weihnachtsgrüße

Liebe Freundinnen und Freunde des Naturismus,

wenn wir den Advent erleben, denken wir nicht nur an die Erwartung – die Erwartung der Geburt unseres Herrn Jesus Christus. Wir erinnern uns an den Aufbruch, den das Jesus – Kind und seine Eltern gewagt haben. Sie sind irgendwann aus dem gemütlichen Stall heraus und haben sich dem Leben und der Gegenwart gestellt.

So erleben wir in der Gegenwart auch die scheinbare Romantik des Viehstalls und der Krippe in unseren naturistischen Breitensportvereinen in der Familien-Sport-Gemeinschaft Nordrhein – Westfalen (FSG NW). Natürlich piekt hier und dort das Stroh. Doch hat es etwas Gemütliches, die irgendwie wohlige Atmosphäre des Stalls zu genießen.

Es kommt jedoch der Zeitpunkt des Aufbruchs, den wir nicht verpassen sollten. Gerade in diesem Jahr ist es mehrfach in der Öffentlichkeit beschrieben worden, dass mehr als 8 Millionen Menschen in der Bundesrepublik Sympathien für die Freikörperkultur haben. In den Vereinen vor Ort schwindet oft das Interesse am gemeinsam gelebten Naturismus.

So stellt sich die Frage, was wir dafür tun können, dass die mehr als 8 Millionen Freundinnen und Freunde des Nacktseins erreicht werden und begeistert werden für das Mitmachen in den Vereinen und Verbänden. Dass wir sie auf den gewohnten Wegen begleiten bzw. in die Vereine locken können, erscheint unwahrscheinlich.

Einmal Hand aufs Herz – überlegen Sie einmal, was begeistert Sie für eine Sache ? Erst einmal sind es die Menschen, die ihnen vorleben oder mit Ihnen leben, was denn den Kern einer Sache ausmacht. Diese Menschen müssen überzeugen, damit Sie Interesse haben oder zunehmend Neugierde entwickeln. Wenn es um Inhalte geht, so müssen die Inhalte natürlich eine Leuchtkraft haben, mit der es sich auseinanderzusetzen lohnt. Letztendlich muss jemand brennen für eine Sache – so wie es das Jesus-Kind drei Jahrzehnte später getan hat, als das Evangelium verkündet wurde.

Mit der Freikörperkultur ist es nach meiner Überzeugung nicht anders. Allerdings haben wir heute die Aufgabe, die Zeitgenossinnen und Zeitgenossen der Gegenwart entsprechend anzusprechen. Dies bedeutet, dass wir mit dem Nacktsein nicht ins Haus fallen. Wir müssen uns als seriöse Bewegung ins Bild setzen, die Familie, Sport und das Gemeinschaftserleben in den Mittelpunkt stellen. Wir müssen uns den modernen Kommunikationswegen anpassen, wenn wir abwechslungsreich im Internet, in den sozialen Netzwerken und wo auch immer präsent sind.

Wir können aber auch miteinander ins Gespräch kommen, wie wir auf die Zeitgenossinnen und Zeitgenossen zugehen, die nicht mehr so unbeschwert vor die Geländetore unserer Vereine zu locken sind wie in vergangenen Zeiten. Haben Sie einfach den Mut, aus der Gemütlichkeit und der Tradition des Altbekannten herauszugehen und sich neu zu erproben. Ich glaube, es lohnt sich.

In diesem Sinne wünsche ich ein frohes Weihnachtsfest und ein gutes neues Jahr 2015

 

Ihr Günther Hedderich, Präsident Familien-Sport-Gemeinschaft Nordrhein-Westfalen (FSG NW)